Aspendos / Pamphylia [ AM_0020 ]
Categorisation
Materiality
Die properties
| Obverse | Reverse | |
|---|---|---|
| Description | behelmter, sonst nackter Krieger nach rechts schreitend; am vorgestreckten linken Arm Rundschild (unterer Rand bei Streiflicht erkennbar), mit der Rechten nach hinten ausholend ein Schwert (?) führend | im Quadratum incusum Triskeles aus menschlichen Beinen, in der rechten oberen Ecke Ε |
| Legend (edited) | - | Ε(ΣΤϜΕΔΙΙΥΣ) |
| Legend (plain) | - | Ε |
References and Commentary
| Reference Literature |
SNG Dänemark, The Royal Collection of Coins and Medals. Danish National Museum Copenhagen IV, Part 31: Lycia, Pamphylia, Kopenhagen 1955 (Reprint 1982).
No.
153-179
(Comparable: anscheinend sämtlich mit Schwert, doch sind sichere Entscheidungen nur in sehr wenigen Fällen möglich)
SNG France, Bibliothèque Nationale, Cabinet des Médailles III. Pamphylie, Pisidie, Lycaonie, Galatie, Paris 1994.
No.
4f.
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| Commentary | Auf dem revers erscheint die Initiale des pamphylischen Stadtnamens (Ε(ΣΤFΕΔΙΙVΣ) = Aspendos), der in griechischen Buchstaben ausgedrückt wird, vgl. AM_0003 [[AM_0003]] und AM_0004 [[AM_0004]]; Beizeichen sind auch am Original nicht erkennbar, könnten aber eventuell unsachgemäßer Reinigung zum Opfer gefallen sein (partienweise tiefe Kratzspuren); Wie aus SNG France III (1994) Nr. 1-11 ersichtlich, kann ein Schwert (glaive) nur aus dem nach hinten ausholenden Arm erschlossen werden, während auf dem seltenen 'Parallel'-Typ mit Speer (lance: ebda Nr. 12f.) die Waffe als verlängerte Linie hervortritt, geführt mit derselben Armbewegung. Insofern könnte es sich beim 'Schwert' in manchen Fällen tatsächlich um den hinteren Teil des Speers handeln, dessen vorderer Teil durch Vernutzung des Stempels und/oder der Münze unkenntlich geworden ist. Man sollte generell bedenken, dass die klassische Hoplitenwaffe der Speer ist, während das Schwert eher defensiven Charakter hat, wenn der Speer verloren oder zerbrochen ist. - Zum Münzstandard: Stater (Doppelsiglos nach persischem Standard) vgl. zu AM_0003 [[AM_0003]]; im Rand weist der Schrötling an gegenüber liegenden Stellen Feilspuren auf, entstanden durch Entfernen von Gußstegen, die aus der Herstellung per gereihten, miteinander per Kanälen verbundenen Hohlformen entstanden waren. Daher hingen die per Ausgießen gewonnenen Schrötlinge zusammen und mussten getrennt werden, wobei am Rand die Ansätze der Gußzapfen verblieben. Am Rand des Avers tritt eine weitere, neuzeitliche, nicht patinierte tiefe Feilung hervor, wohl zu Prüfzwecken; Der Typ setzt in den frühen 460er Jahren in riesigem Umfang ein, früher als die Prägungen regional benachbarter Städte. Dies könnte mit dem Neubau oder zumindest der Stationierung einer persischen Flotte zusammenhängen, gegen die Kimon an der Spitze der Delisch-Attischen Bundesflotte in den frühen 460er Jahren einen vernichtenden Sieg errungen hat, auf dem unteren Eurymedon, der demnach mit Seeschiffen befahrbar war. Die griechischen Verbündeten handelten präventiv, denn eine neue persische Flotte - die alte war teils 480 bei Salamis verloren gegangen, weit mehrheitlich aber im Anschluss an die Mykale-Schlacht 479 (Hdt. 9.106) - stellte eine substantielle Bedrohung dar. Auch später strebte Athen nach Kontrolle über die Eurymedonmündung: 388 v. Chr. wurde Thrasyboulos bei einer Fahrt Athener Flotteneinheiten nach Aspendos erschlagen (Xen. Hell. 4.8.30), und noch die Organisation einer persischen Flotte gegen Alexander durch Memnon fand 333 v. Chr. zumindest in diesem Raum statt. Der Eurymedon wenig unterhalb von Aspendos ist jedenfalls ein idealer Ort zum Flottenbau, denn auf ihm konnten nötige Materialien wie Holz und Pech aus den nahen Gebirgen herangebracht werden, und Flachs und Papyrus für Taue und Segel waren auf dem Seeweg aus Phoenikien und Ägypten leicht beschaffbar. Für die Bezahlung der Handwerker wurden zudem große Summen an hochwertigem Silbergeld erforderlich, wobei die Ausprägung der Münzen im nahen Aspendos das Einfachste war. So könnte der hier behandelte Doppelsiglos im Kontext der Eurymedonschlacht in den frühen 460er Jahre stehen. | |
| Commentary literature |
SNG France, Bibliothèque Nationale, Cabinet des Médailles III. Pamphylie, Pisidie, Lycaonie, Galatie, Paris 1994.
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