Selge / Pisidia [ AM_0271 ]
Categorisation
Die properties
| Obverse | Reverse | |
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| Description | Löwenkopf nach rechts, darunter Astragal | Gorgoneion en face, mit heraushängender Zunge |
References and Commentary
| Reference Literature |
SNG Deutschland, Pfälzer Privatsammlungen V: Pisidien und Lykaonien, München 1999.
No.
345f.
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| Commentary | Die Zuweisung der Silberfraktionen mit Gorgoneion en face/Athenakopf (bzw. Löwenkopf) schwankt zwischen Aspendos und Selge. So werden in SNG France III (1994) Teilgruppen an beide Städte gegeben, Nr. 26-43 (bis auf Nr. 37f. (sämtlich classe 2, nach Callattay/Doyen (1987)) an Aspendos, Nr. 1948-1956 (classe 3, nach Callatay/Doyen (1987)) an Selge. Callatay/Doyen weisen die Prägungen insgesamt Selge zu, aufgrund der städtischen Marke des Astragal auf den meisten Stücken und, auf sehr wenigen, der Anfangsbuchstaben des Stadtnamens (ΣΤ oder ΤΣ: pamphylisch, in griechischer Schrift); die relativ wenigen Exemplare, die keines der beidem Kriterien aufweisen, werden per Analogie hinzugenommen. Nollé zu SNG PPS V (1999) Nr. 329 ff. hat sich dieser Argumentation angeschlossen und folglich in SNG PPS IV (1993) keine Silberfraktionen für Aspendos katalogisiert. Indes greift diese auf die Fraktionen beschränkte Argumentation zu kurz. Bezieht man die Statere ein, so wird das Bild komplexer: Einige Exemplare des älteren Typs mit vorwärts schreitendem Krieger, der aufgrund seines Revers - Triquetrum aus menschlichen Beinen - insgesamt an Aspendos gegeben wird, sind mit Astragal markiert (SNG France III (1994) Nr. 3 und 7), während umgekehrt der jüngere Stater-Typ mit zwei Ringern meist den pamphylischen Stadtnamen von Aspendos trägt, kombiniert mit der städtischen Marke des Triquetrum, zuweilen aber auch den Stadtnamen von Selge (SNG PPS V (1999) Nr. 327f., SNG France III (1994) Nr. 1914-1927); solche durch den Stadtnamen gekennzeichneten Exemplare tragen meist die Marke des Astragal, nicht selten aber auch mit der Marke des Triquetrum (SNG France III (1994) Nr. 1914f., 1922-1925), manchmal begegnen beide Marken sogar kombiniert (SNG France III (1994) 1915); das umgekehrte Phänomen des Astragal auf Stücken mit dem Stadtnamen von Aspendos scheint zu fehlen, doch ist zu beachten, dass auf vielen Stateren dieser Stadt Marken durch Gegenstempel getilgt wurden (ein hier häufiges Phänomen). Angesichts dieser Überschneidungen erlauben die Marken des Triquetum (für Aspendos) bzw. des Astragal (für Selge) auf den ikonographisch übereinstimmenden Silbertypen keine eindeutigen Zuweisungen. Es bleibt zu überlegen, ob solche überhaupt angestrebt waren, nicht vielmehr eine gewisse zeitlang gemeinsame Nominale geprägt wurden, die in beiden benachbarten Orte gültig sein sollten. Die Prägung der Münzen könnte an einem einzigen Ort vorgenommen worden sein, vermutlich in Aspendos. Mit dieser Lösung entfiele ferner die Schwierigkeit, dass Aspendos über keine Silberfraktionen und umgekehrt Selge über nur wenige Silberstatere verfügt hätte. Indes scheint dieses Modell gegen Ende der Prägephase aufgegeben worden zu sein: parallel zu den komplexer werdenden Markierungen begegnen viele Gegenstempel, welche die Marken überdecken, namentlich in Aspendos; Die Einteilung nach Gruppen (classes) und deren Datierung nach Callatay/Doyen (1987) 68f., hier classe 1.; Zur Metrologie: Der städtische Stater entspricht zwei persischen Sigloi, seine Fraktionen folgen den Quotienten 3, dann 2, also 1/3, 1/6, 1/12 ... Stater. Als Halbwert (im persischen System fehlt er) sind innerhalb des städtischen Marktsystems direkt persische Sigloi (mit dem Idealbild des persischen Großkönigs, aus Sardeis u.a.) verwendbar, aber auch lokale Prägungen von Selge existierten auf dieser Wertstufe (AM_0283 [[AM_0283]]). Die konsequente Anwendung des persischen Silbersystems erklärt die Vielzahl kleiner Silbernominale. Da Fraktionen für das normale Marktsystem verwendbar sein sollten, fällt die Stückelung meist klein aus, hier in Münzen zu 1/12 und 1/24 Stater, mit Sollgewichten von ca. 1g bzw. 0.5g (vgl. aber AM_0284 [[AM_0284]]: 1/6 Stater). Bezogen auf das griechische Münzsystem entspricht der Doppelsiglos (systemisch) einer Doppeldrachme mit 12 (2x6) Obolen; demnach lassen sich 1/12 Statere (systemisch) mit Obolen, 1/24 Statere mit Hemiobolen gleichen, was in der Literatur nicht selten geschieht. Man sollte sich allerdings vor Augen halten, dass dies lediglich Behelfsbegriffe sind. Wie die Wertstufen im lokalen Marktgeschehen benannt wurden, entzieht sich unserer Kenntnis. Mit Blick auf das begrenzte Wertspektrum konkret verfügbarer Münzen vielleicht lediglich als Doppel-, Voll- und Halbstücke (der Halbstater hieß sicherlich Siglos, wie noch mehrfach in Xenophons Anabasis). AE-Nominale hat es in Selge erst seit dem 2. Jh. v. Chr. gegeben, vgl. AM_0287 [[AM_0287]] ff. | |
| Commentary literature |
F. de Callatay/J.M. Doyen, Un lot de petites fractions en argent de Selge en Pisidie, in: SNR 66 (1987) 63-77, Taf. 9-11.
S.
63-77 Taf. 9-11
SNG Deutschland, Pfälzer Privatsammlungen IV: Pamphylien, München 1993.
SNG Deutschland, Pfälzer Privatsammlungen V: Pisidien und Lykaonien, München 1999.
SNG France, Bibliothèque Nationale, Cabinet des Médailles III. Pamphylie, Pisidie, Lycaonie, Galatie, Paris 1994.
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