Amisos: Mithradates VI. Eupator (120-63 BC) [ AM_0386 ]
Categorisation
Die properties
| Obverse | Reverse | |
|---|---|---|
| Description | jugendlicher geflügelter Kopf Kopf (Perseus?) nach rechts | Füllhorn zwischen zwei Pilei, über diesen jeweils ein Stern für die Dioskuren |
| Legend (edited) | - | ΑΜΙ-ΣΟΥ |
| Legend (plain) | - | ΑΜΙΣΟΥ |
References and Commentary
| Reference Literature |
W. Wroth, A Catalogue of the Greek Coins in the British Museum. Pontus, Paphlagonia, and Bithynia, London 1889.
No.
65-67
SNG Great Britain V, Ashmolean Museum Oxford, Part 9: Bosporus – Aeolis, Oxford 2007.
No.
63f.
SNG Great Britain IX, British Museum Part 1: The Black Sea, London 1993.
No.
1129-1133
SNG Great Britain XI, The William Stancomb Collection of Coins of Black Sea Coins, Oxford 2000.
No.
668
SNG Deutschland, Sammlung H. v. Aulock. Heft 1-18, Berlin 1957-1981.
No.
70f.
|
|
| Commentary | Die pontischen AE-Münzen des Mithradates VI. Eupator (120-63 v. Chr.) bilden in ihrer Gesamtheit ein Instrument zur Hellenisierung des pontischen Königreichs, das zur griechisch-hellenistischen Welt peripher lag und unter seinem iranischen Königshaus lange Zeit seine eigene Kultur bewahrt hatte. Aus der Öffnung zur griechischen Kultur hin erklärt sich wohl die Vielzahl der Typen, die mit einer Ausnahme griechische Götter und Heroen thematisieren. Vermutlich wurden nicht alle Typen des Programms zeitgleich geprägt, doch bleibt die generell vorgenommene Aufteilung auf Phasen der Regierungszeit des Mithradates unsicher und letztlich subjektiv. Davon wird hier bewusst abgesehen, vielmehr im Anschluss an eine dem Programm voraufgehende Phase von (idealiter) einem Jahrzehnt (120-110 v. Chr.) die verbleibende Regierungszeit insgesamt angegeben (110-65 v. Chr.), wenngleich die Überlegungen von de Callatay zutreffen könnten, wonach die Prägungen bereits während des 1. Mithradatischen Kriegs (89-85 v. Chr.) endeten. Der frühesten Phase, zu Beginn der Regierung, könnten die Prägungen mit einem linksgewandten jugendlichen Kopf in bashlyk bzw., auf kleineren Nominalen, diese iranisch-pontische Ledermütze alleine (oder mit eingesetztem 'Pansgesicht') angehören, vgl. AM_0421 [[AM_0421]] bis AM_0425 [[AM_0425]], auf dem Revers jeweils ein achstrahliger Stern. Dieser pontische Kopf wird dann stilistisch überarbeitet und mit einem Revers versehen, das zu den folgenden Serien überleitet, freilich ebenso zum einheimisch-iranischen Charakter passt: Köcher und Bogen; die Kombination war ebenso in der griechisch-hellenistischen Welt aus der weit verbreiteten griechisch-makedonischen Münzprägung seit Alexander III. bekannt. Der mir bashlyk abgebildete Kopf erscheint zunächst reifer und mit fülligen Gesichtszügen, nicht unähnlich den Portäts voraufgehender pontischer (und bithynischer) Könige; vermutlich wird in Einklang mit Usancen einiger hellenistischer Reiche der Dynastiegründer idealisiert abgebildet. Mit der nächste Entwicklungsstufe, einem jüngeren, energischer wirkenden Porträt, wird der Schritt hin zum komplexen Münzprogramm vollzogen; vielleicht haben wir es mit einem Idealbild des Mithradates zu tun, das allerdings im Unterschied zur gänzlich hellenisierten Gold- und Silberprägung den einheimisch-pontischen Charakter bewahrt. Die anderen Münzbilder setzen griechische Götter und mythische Heroen samt ihrer typischen Attribute ins Bild: Zeus, Athena, Apollon, Artemis, Ares, Dionysos, Herakles, Eros, Perseus, die Gorgo Medusa, eine Amazone. Die Münzen entfallen auf fünf Nominale, deren Relation durch Gewicht und Durchmesser geregelt wird: AA (ca. 16-21g), A (ca. 11-14g), B (ca. 5-8g), C (ca. 3-4.5g), D (ca. 1.5-2.5g), wobei sich die relativ großen Schwankungsbreiten der Stückgewichte aus dem unedlen Metall (Kupferlegierungen: Bronze und Messing) erklären. Die Relation der (mittleren) Gewichte beträgt, in Einheiten: 1/2, 1, 2, 3, 4. Legt man AE-Drachmen zugrunde, so entspricht der größte Wert (AA) der in der griechischen Welt als Normmünze gängigen Tetradrachme. An Prägeorten, die auf den Revers explizit genannt werden, sind derzeit 12 bekannt. Alle prägen die gleichen Typen, die mithin nicht als lokal betrachtet werden können. Vielmehr waren sie vom König vorgegeben, dessen Namen allerdings auf den Münzen nicht erscheint. Bei den 12 Prägeorten - darunter bloße Festungen und Heiligtümer - handelt es sich (in alphabetischer Reihenfolge) in Pontos um: Amaseia, Amisos, Chabatka, Gaziura, Kabeira (zeitweise unter dem Namen Dia), Komana, Laodikeia, Pharnakeia und Taulara, in Paphlagonien um Amastris, Pimolisa und Sinope. Nicht alle haben das volle Programm geprägt, am vollständigsten die Residenzen Amisos und Sinope. | |
Related coins
Related coins (Comparable)