Aspendos: Gallienus (253-268 AD) [ AM_0001 ]
Categorisation
Materiality
Die properties
| Obverse | Reverse | |
|---|---|---|
| Description | Büste, barhäuptig, in Toga, nach rechts, rechts davor im Feld Wertbezeichnung ΙΑ (11), darunter Adler, frontal, Kopf rechtsgewandt, mit weit ausgebreiteten Flügeln, das Ganze in Perlkreis | Flussgott Eurymedon steht frontal linksgewandt, mit Tänie und langen Haarsträhnen, Oberkörper bloß, ab der Hüfte bis auf Kniehöhe schräg fallendes Gewand, rechter Fuß auf Amphore, aus der ein Wasserstrahl hervorquillt, auf der vorgestreckten linken Hand Stierstatuette mit unnatürlich langen Hörnern, im rechten Arm Füllhorn mit Früchten, das Ganze in Perlkreis |
| Picture concept |
Eurymedon (standing, to the left, resting on, holding, wearing)
Taenia (worn)
Himation (worn)
(held)
Cornucopia (held)
Amphora (as prop)
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| Legend (edited) | ΠΟΥ(ΒΛΙΟΝ) ΛΙΚ(ΙΝΝΙΟΝ) ΚΟΡ(ΝΗΛΙΟΝ) ΟΥΑΛΕΡΙΑΝΟΝ ΚΑΙ(ΣΑΡΑ) ΣΕΒ(ΑΣΤΟΥ ΥΙΟΝ) | ΑΣ-ΠΕ-ΝΔΙΩΝ |
| Legend (plain) | ΠΟΥ ΛΙΚ ΚΟΡ ΟΥΑΛΕΡΙΑΝΟΝ ΚΑΙ ΣΕΒ | ΑΣΠΕΝΔΙΩΝ |
| Mark/Monogram |
in right field
:
ΙΑ
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- |
References and Commentary
| Commentary | Valerian II. war der ältere Sohn des Gallienus (253-263 n. Chr.). Zum Caesar erhoben 255 n. Chr. , starb er bereits Ende 257 oder Anfang 258 n. Chr. und wurde konsekriert. Auf dem Avers wird dies vielleicht durch den Adler unter seiner Büste zum Ausdruck gebracht, doch begegnet dieses Detail zeitgenössisch auch sonst. Die Prägung erfolgte vermutlich nur vorübergehend und speziell zu diesem Anlass, was die Seltenheit des Typs erklärt. Die Legende im Akkusativ drückt, wie generell in griechischen Inschriften, eine Ehrung aus. Das Revers thematisiert die Lage von Aspendos nahe dem Unterlauf des Eurymedon. Flussgötter werden im Münzbild bisweilen dargestellt als Stier mit menschlichem Kopf, um die ungestüme Kraft des Flusses auszudrücken (daher sind hier die Hörner unnatürlich groß), gewöhnlich in der Gestalt eines alten, bärtigen Mannes, der auf eine Amphore gelagert ist, aus der Wasser quillt (eine Visualisierung der Quelle; mitunter hält er an Stelle eines Schilfrohrs ein Füllhorn) oder als jugendlicher Schwimmer: Reiches Vergleichsmaterial bietet die Sammlung Falter (s. Forschungsliteratur). Amphore und Stier werden hier kombiniert, hinzu kommt das Füllhorn, welches die Fruchtbarkeit des vom Fluss bewässerten Landes symbolisiert. Dadurch, dass der Flussgott steht, gelangen Stier und Füllhorn in die mittlere Zone der Münze, wo am meisten Raum zur Verfügung steht und wohin der Blick des Betrachters am ehesten fällt. Daher wohl der Typ des stehenden Flussgotts, der sonst unbekannt ist. Der konventionelle Bildtyp des gelagerten Flussgotts begegnet etwas früher (mit dem Bild der Iulia Domna, gestorben 217 n. Chr.) auf städtischen Münzen der quellnah gelegenen Stadt Timbrias (Timbriada) in Pisidien, dort mit der Beischrift ΕΥΡΥΜΕ(ΔΩΝ): SNG France III (1994) Nr. 2223f.; SNG von Aulock (1957-1981) Nr. 2141, aber auch auf Münzen von Aspendos selbst, unter Alexander Severus (222-235 n. Chr.: SNG France III (1994) Nr. 176 - der Flussgott hält zwei aediculae mit Statuen der Aphroditai Kastnietides, die im städtischen Kult eine zentrale Rolle spielten), und zeitnah unter Gallienus (253-268: SNG France III (1994) Nr. 211 - der Flussgott hält einen Palmzweig und eine agonistische Krone). Eine ihn bezeichnende Beischrift fehlt in beiden Fällen, wie auch hier. Die Wiedergabe des stehenden Flussgotts ist an die emblematische Darstellung der Tyche angelehnt, die ebenfalls im Arm ein Füllhorn hält, sich aber mit der vorgestreckten Linken auf ein Steuerruder stützt. Ob auf die schicksalshafte Bedeutung des Flusses Eurymedon für die Stadt Aspendos verwiesen werden sollte, muss offen bleiben. | |
| Commentary literature |
F. Imhoof-Blumer, Fluss- und Meergötter auf griechischen und römischen Münzen, in: Schweizer Numismatische Rundschau (1924), 173-421, Taf. 1-18.
SNR/RNS 23 (1923)
S.
73-421, Taf. 1-18
Weiss, Griechische Flussgottheiten in vorhellenistischer Zeit, Würzburg 1984.
R. Falter, Salus provinciarum. Eine Sammlung von Flussgottdarstellungen auf Münzen des römischen Ostens (Sammlung Falter), München 2009.
SNG France, Bibliothèque Nationale, Cabinet des Médailles III. Pamphylie, Pisidie, Lycaonie, Galatie, Paris 1994.
SNG Deutschland, Sammlung H. v. Aulock. Heft 1-18, Berlin 1957-1981.
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