Kyme: Alexander der Große (336-323 BC) [ KYM_0125 ]
Categorisation
Die properties
| Obverse | Reverse | |
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| Description | Kopf des jugendlichen Herakles in Löwenexuvie nach rechts; in Perlkreis | Bogentasche (Gorytos, oben, linksgerichtet) und Keule (unten, rechtsgerichtet), dazwischen Legende, darunter Marke der Prägestätte in Form eines einhenkligen (Maß-)Gefäßes |
| Legend (edited) | - | ΑΛΕΞΑΝΔΡΟΥ |
| Legend (plain) | - | ΑΛΕΞΑΝΔΡΟΥ |
References and Commentary
| Reference Literature |
A. R. Bellinger, Philippi in Macedonia, ANS MN 11 (1964) 37-52, Taf. 7-11.
No.
89
A. Johnston, The Greek coins, in: T.V. Buttrey et al. (eds.), Greek, Roman and islamic coins from Sardis, Cambridge (Mass.)/London 1981, 1-89.
No.
11
L. Müller, Numismatique d' Alexandre le Grand, Copenhagen 1855.
No.
951
M. J. Price, The Coinage in the Name of Alexander the Great and Philip Arrhidaeus, Zürich/London 1991.
No.
325
SNG Greece II, The Alpha Bank Collection, Macedonia, Part 1: Alexander I – Perseus, Athen 2000.
No.
735
SNG Dänemark, The Royal Collection of Coins and Medals. Danish National Museum Copenhagen IV, Part 8-10: Macedonia I-III, Kopenhagen 1943 (Reprint 1982).
No.
1052f.
SNG Deutschland, Staatliche Münzsammlung München, Heft 10/11: Makedonien: Könige, München 2001.
No.
853
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| Commentary | M. Price folgend wird der Typ aktuell einer unbestimmten Prägestätte in Makedonien zugewiesen. Grundlage sind vier Exemplare in einem Hort, der 1931 beim makedonischen Drama, ca. 15 km nw von Philippi, gefunden wurde (IGCH 404). Er umfasste mindestens 785 AE-Nominale, neben städtischen von Philippi herrscherliche von (und im Namen von) Philipp II. und Alexander III., darunter offenbar postume Stücke, deren Prägung bald nach 310 v. Chr. endet. Dagegen fehlen frühe Prägungen von Lysimachos und Kassander im eigenen Namen, letztere wenig vor 306 v. Chr. einsetzend. Damit ergibt sich für die Niederlegung des Horts ein terminus ante zwischen 310 (Beseitigung Alexanders IV.) und 306 v. Chr. Damals war die fragliche AE- Emission also verfügbar. Als Bellinger den Hort 1964 vorlegte und besprach, ging er von insgeamt regionalen Prägungen aus. Price (1991) folgt ihm im wesentlichen, kann allerdings mindestens eine Prägung aus Milet nachweisen und hält weitere kleinasiatische Zuflüsse für möglich. Speziell verweist er für die hier interessierende Gruppe mit (Maß-)gefäß auf 3 entsprechende Exemplare aus Grabungen in Sardeis (S. 117). Entsprechende Stücke liefen also auch in Kleinasien um und könnten von hier nach Makedonien gelangt sein, am ehesten mit zurückkehrenden Soldaten. Da sich der Hort von Drama aus Material zusammensetzt, das dem regionalen Umlauf entnommen wurde und nicht unmittelbar aus einer Münzstätte kommt, muss bei den Alexander-Prägungen mit kleinasiatischen Stücken geradezu gerechnet werden, folgen sie doch derselben Ikonographie und Metrologie und besaßen Gültigkeit sowohl in Makedonien als auch in den von Alexander kontrollierten Gebieten Kleinasiens. Zu unterscheiden sind sie meist nur an sekundären Marken wie Monogrammen, zusätzlichen Buchstaben und Beizeichen. Die hier interessierende Münze trägt als Beizeichen ein schlankes (Maß-)gefäß, das kaum zum Bestand der makedonischen Beizeichen (Efeublatt, Kerykeion, Keraunos etc.) passt. Seit Mitte des 4. Jhs fungiert es als Prägemarke von Kyme, die übrigens sehr charakteristisch ist. Warum sie von einer makedonischen Prägestätte übernommen worden sein sollte, lässt sich schwer nachvollziehen. Das Vorkommen im Hort von Drama allein reicht für Bellingers Annahme nicht aus, da seither, wie dargelegt, neues Material aus Kleinasien (Sardeis) bekannt geworden ist; ohnehin ergeben 4 Exemplare in einem Bestand von (mehr als) 800 AE-Münzen kein starkes Argument für makedonische Provenienz, zumal der Hort nachweisbar andere kleinasiatische Prägungen umfasst. Beim aktuellen Kenntnisstand wird man daher von einer Prägung aus Kyme ausgehen müssen. Immerhin belegt das Vorkommen im Hort eine Entstehung im späteren 4. Jh., eventuell sogar zu Alexanders Lebzeit. Dies schließt eine Prägung im Kontext von Kymes späten Alexandertetradrachmen (nach 188 v. Chr., Price Nr. 1612-1637) aus. Für ein frühes Prägedatum sprechen verschiedene Überlegungen: Die Legende ΑΛΕΞΑΝΔΡΟΥ geht den Legenden ΑΛΕΞΑΝΔΡΟΥ ΒΑΣΙΛΕΩΣ (während einiger Jahre ab ca. 323 v. Chr.) und nochmals später nurmehr ΒΑΣΙΛΕΩΣ vorauf. Auch sind keine Fundmünzen aus Kyme selbst bekannt, das in der zweiten Hälfte ausgesprochen umfangreiche städtische Serien emittierte, während Alexanderprägungen dieser Stadt in allenfalls bescheidenem Umfang nachvollziehbar sind. Sie waren offenbar nicht eigentlich für den städtischen Markt bestimmt. Als Urheber kommt am ehesten ein makedonischer Befehlshaber während des Alexanderzugs in Frage, kaum aber Alexander selbst. Der Bedarf seines Heeres an Bronzenominalen, die seit dem 4. Jh. das militärische Lagergeld ausmachten, wurde seit Überschreiten des Hellespont 334 v. Chr. zunächst durch mitgebrachte makedonische Prägungen abgedeckt, und in der Folgezeit griff Alexander auf Prägekapazitäten kleinasiatischer Münzen zurück, die verkehrsgünstig auf seinem Weg lagen, zunächst Sardeis, dann Tarsos; postum tritt zwischen 323 und 297 Milet hinzu. Diese kleinasiatischen Bronzeprägungen weisen eigene Marken auf (vgl. Price 272f.). Von den zentral im Straßennetz gelegenen Satrapenstädten Sardeis und Tarsos aus konnten auch später geprägte Margen leicht an das Heer geschickt werden. Nichts davon gilt für Kyme. Alexander hat die Stadt nicht passiert, sie lag für die Versorgung seines Heeres auch nicht sonderlich günstig, zudem unweit von Sardeis, das den Bedarf weit über seine Region hinaus abdeckte. Eine zusätzliche Prägestätte im selben Raum erübrigte sich mithin. Aber Kyme war die wohl bedeutendste Hafenstadt der Aiolis und bot Alexanders griechischer Bundesflotte einen wichtigen Stützpunkt in der Nähe des Hellespont, über den der makedonische Nachschub an Soldaten und Söldnern lief. Dieser war namentlich in der Anfangsphase des Alexanderzugs wichtig, ihn zu sichern gehörte zu den vordringlichsten Aufgaben von Alexanders Flotte. Doch nahm die Bedeutung ab, je weiter Alexander nach Süden vorrückte, auch waren Angriffe der persischen Flotte gegen die Übergänge oder gar gegen Makedonien selbst unterblieben. So entschloss sich Alexander schon im Sommer 334, nach der Einnahme von Milet, die Flotte mit Blick auf die hohen Kosten und ihre im direkten Vergleich einer Seeschlacht kaum auszugleichende numerische wie qualitative Unterlegenheit (Arr. an. 1.18.7f.) aufzulösen (ebda 1.20.1; Diod. 17.22.5), bis auf wenige Einheiten, die zum Transport schweren Geräts benötigt wurden. Insgesamt nur wenige Monate hatte sie operiert, zumeist im Vorfeld des Hellespont, der aber mit Alexanders Vorrücken nach Süden und Südosten zunehmend an Bedeutung verlor. Gemäß diesen Überlegungen gehört die fragliche Emission kymaischer Alexandermünzen in die erste Hälfte des Jahres 334 v. Chr. und dürfte damit die früheste seiner kleinasiatischen Bronzeemissionen sein. Naturgemäß hatte die griechische Flotte mehrere Häfen benutzen müssen, von denen jeder über eigene städtische Münzen verfügte. Von daher war es erforderlich, jenseits der lokalen Sorten eine allgemein akzeptierte Bronzemünze zu schaffen, die derjenigen des Heers entsprach. Gemäß den Usancen der Zeit wurde gleichwohl der Prägeort ausgewiesen, doch lediglich per Beizeichen. Daneben behielt Kyme seine städtischen Prägungen bei, wie dies auch die übrigen Hafenstädte taten. Die Alexandermünzen kamen lediglich hinzu, ohne die lokalen Münzen zu verdrängen. Während der nur wenige Monate umfassenden Operationen der griechischen Bundesflotte kann der Umfang der kymaischen Alexanderprägung nicht sehr groß gewesen sein, was die relative Seltenheit entsprechender Münzen erklären könnte. Ebenso verständlich wird ihr Vorkommen sowohl in Makedonien (Hort von Drama) wie auch in Kleinasien (Sardeis). Der Fundort des Kölner Stücks ist unbekannt. Es wurde über eine Kölner Auktion (Schulten, Aukt. März 1990, 74; versehentlich abgebildet unter Nr. 77) erworben, innerhalb eines größeren Komplexes an Bronze- und Silbermünzen aus Kyme (vom Auktionshaus davon getrennt und unter die makedonischen Münzen eingereiht: frdl. Auskunft durch W. Weiser). Der Komplex geht auf eine Hamburger Privatsammlung zurück, die über längere Zeit aus dem Angebot des Handels zusammengetragen wurde. Die Zuweisung der hier behandelten Alexanderprägung an die aiolische Stadt ist also durch den Sammler erfolgt, offenbar aufgrund des Beizeichens. | |
| Commentary literature |
L. Müller, Numismatique d' Alexandre le Grand, Copenhagen 1855.
A. R. Bellinger, Philippi in Macedonia, ANS MN 11 (1964) 37-52, Taf. 7-11.
S.
37-52 Taf. VII-XI
A. Johnston, The Greek coins, in: T.V. Buttrey et al. (eds.), Greek, Roman and islamic coins from Sardis, Cambridge (Mass.)/London 1981, 1-89.
S.
1-89
M. J. Price, The Coinage in the Name of Alexander the Great and Philip Arrhidaeus, Zürich/London 1991.
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