Milet: Asandros (325-313 v. Chr.) [ VAR_0028 ]
Kategorisierung
Materialität
Stempelmerkmale
| Vorderseite | Rückseite | |
|---|---|---|
| Beschreibung | Jünglingskopf mit Diadem nach rechts | Reiter nach rechts, links oberhalb des Pferds im Feld Labrys (Doppelaxt, aufrecht wiedergegeben, im Streiflicht erkennbar), unterhalb des Pferds im Feld Monogramm aus Η mit links eingeschriebenem Κ |
| Legende (ediert) | - | [ΒΑΣΙΛΕΩΣ] - [Φ]ΙΛΙΠ[ΠΟΥ] |
| Legend (plain) | - | ΒΑΣΙΛΕΩΣ ΦΙΛΙΠΠΟΥ |
Referenzen und Kommentar
| Referenzliteratur |
Hugo Gaebler, Die antiken Münzen von Makedonia und Paionia (AMNG III 2), Berlin 1935.
Nr.
1
F. Delrieux, Les monnaies du Fonds Louis Robert, Paris 2011.
Nr.
41
M. J. Price, The Coinage in the Name of Alexander the Great and Philip Arrhidaeus, Zürich/London 1991.
S.
283
Nr.
P64
SNG USA, The Collection of the American Numismatic Society VII: Macedonia, Part 1: Cities, Thrace-Macedonian Tribes, Paeonian Kings, New York 1987.
Nr.
1003f.
SNG Finnland, The Erkki Keckman Collection in the Skopbank, Helsinki II: Asia Minor except Karia, Helsinki 1999.
Nr.
39-43
SNG Deutschland, Staatliche Münzsammlung München, Heft 10/11: Makedonien: Könige, München 2001.
Nr.
981-984
M. Thompson, Alexander’s drachm mints I: Sardes and Miletus, New York 1983.
Nr.
198-203
(Zur Datierung s. S. 68)
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| Kommentar | Bei dem Jüngling auf dem Avers handelt es sich nicht etwa um Apollon (mit Lorbeerkranz), sondern um den mythischen Ahnherrn der Argeadendynastie, für den neben der ursprünglichen Tradition bei Herodot zwei weitere Namen und Berichte existieren, aufgekommen wahrscheinlich unter Archelaos von Makedonien (413-399 v. Chr.): Hdt. 5.22.1 (mit 8.137-139: Perdikkas), Iustin. 7.1.7 ff. (Karanos) und Hygin. fab. 219 (wohl in Wiedergabe von Euripides' 'Archelaos'); dazu insgesamt Harder (1985) 131-139. Die extrem vernutzte Münze ist auf einem für kleinasiatische Prägestätten typischen Schrötling (breit, dünn, rund) relativ flach ausgeprägt (unabhängig von der Abnutzung; vgl. H.A. Troxell zu SNG ANS VIII Nr. 943 und hier VAR_0029, ferner die jeweils in Karien erworbenen Münzen Nr. 37-41 des Fonds Louis Robert). Ihr Beizeichen (Labrys) weist nach Karien, begegnet aber ebenso auf Prägungen Milets, dessen Alexander-Reichsprägung häufig mit dieser Marke versehen ist, vgl. Thompson (1983) Taf. 27-31. Die Stadt lag im Norden Kariens (Hdt. 1.142.3) und gehörte nach Alexanders Tod (323 v. Chr.) phasenweise karischen Herrschaftsbereichen an, vgl. Price (1991) S. 276f. Diese nutzten offenbar die milesischen Prägekapazitäten für die Herstellung von Münzen, welche für den Gebrauch in Karien und nicht für den milesischen Markt bestimmt waren. Milet ist also nicht die Emittentin, sondern nur die Prägestätte. - Zur Identität des in der Legende genannten Philipp plädiert Gaebler (1935) 178 Nr. 1 für Kassanders Sohn Philipp IV., Thompson (1983) 66 für Alexanders Bruder Philipp III. Arrhidaios. Aus chronologischen Gründen kommt nur letzterer in Frage. Asander (Müller 2013) hat auf Prägungen im eigenen Namen verzichtet, wie sie nur zwei Jahrzehnte später ebenfalls in Teilen Kariens der Dynast Eupolemos vornimmt, vgl. AM_0597ff. [[AM_0597]]. | |
Verwandte Münzen
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